











_________________________________________________________________________
Send poems for L’Orcale to Hardcore_Fascism@Laemmergeier.info
1.
Guten Tag Frau Fromm,
ich wollte Sie auf den Umstand hinweisen, dass Männern ein Buch von 1956 empfohlen wird, wenn sie gestalkt werden – Die Kunst des Liebens – und man anschließend ihr Sexualleben zerstört, während Frauen Romane schreiben wie >>Weisser Sommer<<.
Es geht mir auch weniger um den Mann, von dem wollen sie ja ohnehin nichts wissen, aber vielleicht interessiert sie das Buch ja.
Es ist jetzt schon ein Klassiker:
„Pro:
· Versteht mich wie niemand sonst
· Hat in mir etwas gesehen, bevor ich es selbst in mir gesehen habe
· Gutes Herz, witzig, smart
· Bester Sex meines Lebens
· Schon vier Jahre in Beziehung investiert
· Vielleicht kann mich niemand außer er lieben
Kontra:
· Nie richtig frei gewesen in 20ern
· Angst, als Erste verletzt zu werden
· Wie gemeinsame Zukunft?
· Aber wie Zukunft ohne ihn?“
Weiter:
„«Ich hab ihnen gesagt, dass ich keine Lust habe zu erklären, was wir hier machen», sagt sie.
«Was machen wir denn?»
«Wir sind in Frankreich, so wie jeden Sommer.»
Die Ahnung eines Lächelns auf seinen Lippen. Es steckt sie an, denn sie wissen beide, dass dieser hier nicht wie jeder Sommer ist, aber was sollen sie tun, wenn da so viel passiert ist und die Worte nicht ausreichen?
Alma schließt die Augen. Sie spürt jeden Zentimeter zwischen sich und Théo, der Abstand physisch, die fehlende Umarmung ein körperlicher Stich. Er geht in die Knie, drückt die Zigarette langsam in den Kristallaschenbecher am Boden, ein Aufleuchten, dann graue Asche.
Sie haben noch einen letzten Sommer, um alles in Ordnung zu bringen, oder?
Sie haben noch Zeit.“
Wissen Sie wie der Roman ausgeht? Ich auch nicht: AEnigma.
Jedenfalls scheint hier, gerade mit Blick auf die Heiratsstatistiken, ein Konflikt hervorzubrechen, der für die Frauen und Männer meiner Generation tragend ist:
„Ja! Ich will alles erleben und auskosten, aber ich will dich nicht verlieren. Aber ich bin in meinen Zwanzigern, und – fuck, diese Zeit will ich auch nicht verlieren.“
Somit wäre auch das Rätsel gelöst, wie es dieser Roman auf die Spiegel-Bestsellerliste schaffen konnte.
Der (in dem Fall sicherlich weibliche) Markt liebt & die Kritik hasst den Weissen Sommer.
Wie dem auch sei:
Es scheint mir hier eine gewisse Heuchelei durchzuscheinen…und es kommt noch bitterer:
„Sex ist mein Beruf“ & Ex-Honorarprofessor Richard David Precht wird durch die gleiche Agentur vertreten wie Eva Pramschüfer.
Ja, was wird man in Zukunft über Sie denken?
Beste Grüße
J

5 Kommentare zu “AEnigmatisch”
Schatten am Nachmittag, alltäglicher Gegenstand, Arkaden: nur die Perspektive stimmt nicht, ist zu realistisch, aber ich bin leider kein Photoshop-Profi.
Vielleicht kann Joëlle van Autreve helfen..
Um 15 Uhr sehen die Schatten, wie ich meine mich zu erinnern, schöner aus, als um ~17 Uhr..ich muss die Bilder wohl oder übel nochmal aufnehmen..
…aber dafür sind die Schatten „länger“ (De Chirico)
Ich bin mir auch nicht sicher, ob 15 Uhr der beste Moment ist, um die Schatten in einem wunderschönen Bogen zu betrachten.
Ich glaube: ich muss mich an einem sonnigen Tag von 11-17 Uhr in den Münchener Hofgarten setzen, um ihre Entwicklung zu beobachten, sodass ich den perfekten Moment für einen bogigen Schatten bestimmen kann..
„– ihr solltet lachen lernen, meine jungen Freunde, wenn anders ihr durchaus Pessimisten bleiben wollt; vielleicht daß ihr daraufhin, als Lachende, irgendwann einmal alle metaphysische Trösterei zum Teufel schickt – und die Metaphysik voran! Oder, um es in der Sprache jenes dionysischen Unholds zu sagen, der Zarathustra heißt:
»Erhebt eure Herzen, meine Brüder, hoch, höher! Und vergeßt mir auch die Beine nicht! Erhebt auch eure Beine, ihr guten Tänzer, und besser noch: ihr steht auch auf dem Kopf!
Diese Krone des Lachenden, diese Rosenkranz-Krone: ich selber setzte mir diese Krone auf, ich selber sprach heilig mein Gelächter. Keinen anderen fand ich heute stark genug dazu.
Zarathustra der Tänzer, Zarathustra der Leichte, der mit den Flügeln winkt, ein Flugbereiter, allen Vögeln zuwinkend, bereit und fertig, ein Selig-Leichtfertiger: –
Zarathustra der Wahrsager, Zarathustra der Wahrlacher, kein Ungeduldiger, kein Unbedingter, einer, der Sprünge und Seitensprünge liebt: ich selber setzte mir diese Krone auf!
Diese Krone des Lachenden, diese Rosenkranz-Krone: euch, meinen Brüdern, werfe ich diese Krone zu! Das Lachen sprach ich heilig: ihr höheren Menschen, lernt mir – lachen!«
Also sprach Zarathustra, vierter Teil